Liebe Patientin, lieber Patient,

das Prinzip "ambulant vor stationär" hat sich bereits in vielen Bereichen der Gesundheitsversorgung durchgesetzt und wird von den Patienten gern angenommen. Auch die urologische und gynäkologische Rehabilitation läßt sich heutzutage sehr gut ambulant und im persönlichen Umfeld durchführen, so daß ein längerer Aufenthalt in Reha-Kliniken vermieden werden kann.

Genau wie bei stationären Einrichtungen ist die Effizienz unserer ambulanten Rehabilitation durch die Leitung einer Fachärztin für Urologie und eines Facharztes für Gynäkologie mit entsprechender Expertise vorausgesetzt.
So lassen sich die bekanntermaßen unterschiedlichen Formen der postoperativen Blasenfunktionstörungen und geburtsbedingten Beschwerden anhand qualifizierter Diagnostik erkennen, die persönlichen Bedürfnisse und Möglichkeiten der Patienten wahrnehmen und daraufhin die individuell optimale Behandlung festlegen. So sind engmaschige Verlaufskontrollen und daraufhin eventuell erforderliche Anpassung der Therapie selbstverständlich.

Die notwendige früh-postoperative urologische und gynäkologische Nachsorge mit Beaufsichtigung eines ungestörten Heilungsprozesses versteht sich von selbst, Wund- und Ultraschall-Kontrollen sowie Urin- und Blutuntersuchungen werden routiniert durchgeführt. 
Ihrem Informationsbedarf bezüglich ihrer Beschwerden und Erkrankung, der durchgeführten Operation und geburtsbedingten Komplikationen sowie des weiteren therapeutischen Fortgangs und der Prognose wird fachkundig und hilfreich begegnet.
Und auch die durch Operation oder Bestrahlung bedingte Beeinträchtigung der männlichen Potenz wird zeitnah und versiert mitbehandelt, um so die Chance auf das Wiedereinsetzen der spontanen Erektionsfähigkeit zu erhalten. 

Die spezielle fachurologische multimodale Kontinenz-Behandlung verschafft dem Beckenboden und den Schließmuskeln Kraft und Ausdauer, fördert die so wichtige Koordinationsfähigkeit und Wahrnehmung für die zu trainierenden Körperstrukturen. Die Anwendung von auf Elektromyographischer Untersuchung basierenden Verfahren und Extracorporaler elektromagnetischer Stimulation läßt das therapeutische Ergebnis optimieren, durch Erlernen bewußter Kontrolle über normalerweise unbewußte körperliche Funktionen wird die kontrollierte Aktivierung der Schließmuskel auch bei Bewegung und Anstrengung erreicht.

Unbedingt zu empfehlen ist, bereits vor der Operation ein professionell angeleitetes Beckenboden-Training über einige Tage zu absolvieren. Aktuelle Studien – und die persönliche Erfahrung im Reha-Zentrum – belegen, daß  sich dadurch die Kontinenz oftmals nahezu unbeeinträchtigt erhalten und besonders schnell vollständig wiedergewinnen läßt.
Wichtig ist das zuverlässige Erreichen von Kontinenz innerhalb nur weniger Wochen insbesondere für diejenigen Patienten, die schon bald nach dem Eingriff eine zusätzliche Bestrahlung des Operationsgebietes erhalten müssen. Denn die Bestrahlung sollte vorzugsweise erst nach Verschwinden der Inkontinenz begonnen werden, um die Problematik nicht noch zu verschlimmern. 

Psychoonkologische Begleitung unterstützt Sie und auch Ihre Angehörigen auf Wunsch bei der Krankheitsbewältigung. Auch Autogenes Training, progressive Muskelrelaxation und andere körperorientierte Verfahren können Sie in Einzel-Behandlung erfahren.

Spezielle weitere Beschwerden können befundabhängig behandelt werden mit z.B. urologischer oder gynäkologischer Schmerztherapie oder Lymphdrainage, etc..

Die gut mit Ihrem behandelnden Arzt abgestimmte und qualifizierte Ergänzung der primären schulmedizinischen Tumor-Therapie durch die Integrative Onkologie / Komplementär-Medizin ist Ihnen bei allen urologischen Tumoren (Prostata, Blase, Niere, Hoden) und bei allen gynäkologischen Tumoren (Brust, Gebärmutter, Eierstock, Genitale) verfügbar.
Insbesondere Patienten mit Prostata-Tumoren niedrigen Risikos, die nicht von einer Operation profitieren würden sondern umsonst unter den Nebenwirkungen leiden müßten, können hier lernen, wie sie aktiv viel für einen günstigen Verlauf Ihrer Erkrankung tun können, wie sie ihren PSA-Wert positiv beeinflussen können.

Neben der Akupunktur tragen zur Aktivierung des Immunsystems und Ihrer Selbstheilungskräfte bei:

Körperliche Aktivität und Aufnahme leichten Fitneß-Trainings unter professioneller Anleitung der Therapeuten,

Achtsamkeits-basierte Streß-Reduktion durch komplementär-medizinisch ausgerichtetes Yoga mit Atemtherapie, durch therapeutische Massagen und Wärmeanwendungen,

spezifische Ernährung zur optimalen Einstellung des Stoffwechsels, zur Erreichung des richtigen Körpergewichts und dadurch zur Vermeidung von Tumorwachstum

Raucherentwöhnung, ggf. auch mit medikamentöser Unterstützung.

Auch die Nebenwirkungen von Strahlen- und Chemotherapie wie Übelkeit, Schmerzen und das Fatigue-Syndrom sind dadurch zu lindern, Beschwerden-bedingte Therapie-Abbrüche oder Dosis-Reduktionen zu verhindern.

Ihre bestmögliche Behandlung ist durch die enge Kooperation mit der Urologischen Klinik, der Strahlentherapie und dem Nationalen Tumor Centrum der Universität Heidelberg sowie der Gynäkologischen Klinik des St. Josefskrankenhaus Heidelberg garantiert.

Pflegeexperten und Stoma-Therapeuten kümmern sich um adäquate, individuell angepaßte Hilfsmittelversorgung bis zum Wiedererlangen der Kontinenz und um die Erlernung des sicheren Umgangs mit einem künstlichen Blasen- oder Darm-Ausgang. Ausgewählte Sanitätshäuser und Apotheken gewährleisten die prompte Produkt- und Medikament-Versorgung und liefern Ihnen die Artikel auf Wunsch nach Hause.

Der Sozial-Mitarbeiter infomiert die Patienten über soziale Sicherung und zustehende Hilfsmittel, berät bei Fragen zum Renten- und Schwerbehindertenrecht und hilft bei entsprechender Antragsstellung.

Englisch wird vom gesamten Reha-Team gut beherrscht.
Die unkomplizierte und verläßliche Kommunikation in anderen Fremdsprachen ist durch unsere Dolmetscher mit entsprechend medizinischem Verständnis gewährleistet.
Diese begleiten die ärztliche Diagnostik und auch alle Therapien inklusive des Kontinenz-Trainings, so daß Ihnen der maximale Benefit aus den Behandlungen möglich ist.

Bei einem schwereren und längeren Krankheitsverlauf mit bereits erfolgter stationärer Anschlußheilbehandlung kann die weitere Nachsorge als ambulante Reha übernommen werden, die in der Kurklinik begonnene Therapie kann bei uns fortgesetzt und intensiviert werden.

Ihr Reha-Team